Donnerstag, März 22, 2007

NH Online :: Bilder & Zeichen

Auf dem Weblog von 4-tens.de kann man die wundersame Fernwirkung des letzte Woche vorgestellten Lovecraft-Plakates bewundern. Der abgebildete Betrachter auf jeden Fall wirkt, vielleicht auch unter dem Einfluss magyarischen Starkbiers in seiner Hand, auf jeden Fall sehr angeweirdet. Auf 4-tens.de kann man auch das andere sehr gelungene Plakat bestaunen, das ebenfalls für die Veranstaltung entworfen wurde. Einen ehrlichen Heimwerkergruss zurück an die Macher!


Im Zusammenhang mit dem erschröcklichen (erschröcklich schlecht motivierten) Tod von Captain America (der Berichterstatter weinte bereits vor Tagen!) hat Jackpotbaby.de einen alten Artikel von Nemedhouse über "unmögliche Helden" geplündert bzw. zu Recherchezwecken herangezogen. Man sieht, man weiss nie, wozu sowas gut ist, wenn man über vollkommen irrelevante Pop-Trivialitäten schreibt... vielleicht ist es Monate später relevant und hilft jemand anderem über den Vormittag!

Freitag, März 16, 2007

Fungi from Yuggoth :: Booklet


In den Jahren 1929-1930 verfasste H.P.Lovecraft einen Sonnett-Zyklus mit dem eigentümlichen Titel "Fungi from Yuggoth" (Pilze vom Yuggoth), eine kontinuierliche Erzählung in der Ich-Perspektive, in der der Erzähler aus seiner gewohnten Neuengland-Umgebung langsam in die traumartigen, grotesken Welten Yuggoths und der abscheulichen Weltraumwesen Mi-Go entrückt wird.

"Fungi" gehört im deutschsprachigen Raum zu den eher unbekannten Werken Lovecrafts, da die wohlfeilen Verse des Meisters des Unheimlichen nur schwerlich adäquat übersetzt werden können. Man sollte sie auch besser im Original lesen. Nachts... bei Kerzenschein... und einer Flasche Absinth...

Als besonderes Angebot habe ich den gesamten Sonnett-Zyklus in einem ansprechend gesetzten Booklets im Pdf-Format gesammelt, (24 Seiten in englischer Sprache, mit s/w-Grafiken), die ab sofort in der Internet-Community "My-Event-Horizon" als Download zur Verfügung steht.

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Sonntag, März 11, 2007

Schicksal, Kollege

Langsam steigt bei mir mit leichtem Unbehagen die Erkenntnis auf, dass ich den mir selbst gesetzten Abgabetermin der Arullu-Bücher wohl nicht schaffen werde. Zuviele Details wollen bearbeitet werden, und zuviel Zeit wird von dem närrischen Schreiber darauf verwandt, den Hintergrund des Genres und der Stories zu recherchieren. Ha! Und dabei habe ich die Dinger früher an einem Nachmittag in die Seiten gehackt! Da sind die alten Schreibmaschinen den Computern doch überlegen: man darf sich nicht vertippen, und sie können auch nicht ins Internet, um sich an internationalen Datenbanken fett und träge zu saugen. Ausserdem hat mir der Zahnarzt meines Vertrauens am Freitag einen Weisheitszahn gezogen, und langsam fängt das an, weh zu tun.
Also erstmal kein Fortschritt in Arullu, die Sterbende Erde stirbt weiter vor sich hin. Stattdessen türmen sich auf meinem Desktop Dateien und Entwürfe zu so vielsagenden Themen wie "Aztekische Mythologie", "buddhistische Meerjungfrauen", "Die Nacht des Pan" und "Tsathoggua".



Letzte Woche habe ich auch mindestens eine Nacht damit zugebracht, einen filigranen Entwurf für ein Plakat zu komponieren, das vielleicht am 15.3. zum Einsatz kommen wird. Nähere Details folgen, auch diese spätestens am 15. Und wieder laufen Themen aus dem Nichts auf und verknüpfen sich. Man mag gar nicht glauben, was für eine starke Magie die Synchronizität aufbringen kann. Selbst meine eher esoterischen Interessen springen mit auf den Zug. Wer hätte schon gedacht, dass man die Prinzipien postmoderner Sigillenmagie auch auf die Horrorfiguren des frühen 20. Jahrhunderts anwenden kann? (Ich natürlich... das war eine rein rhetorische Frage, aber selbst ich bin immer wieder entzückt wie das eine das andere ergänzen kann...)



Niemand versteht meine Verbitterung wg. des plakativen Todes, den die korrupte Clique von Medienpornokraten im Hause Marvel Captain America haben angedeihen lassen. Sicherlich, a) er ist nicht das erste Kostüm, das umgebracht wird, b) es ist noch nicht mal das erste Mal, dass er umgebracht wird und c) der Tod in Comicuniversen hat einen Ausgang mit Drehtür. Inzwischen ist - vor allem bei Marvel - eigentlich jeder, der schon einmal tot, war, wiederauferstanden, und alle, die leben, waren schon einmal tot. (Dennoch ist das nicht, was man als Marvel Zombies versteht.)
Erwähnte ich schon, dass man mir am Freitag einen Weisheitszahn gezogen hat?
Es ist auch nicht der Tod, der mich verbittert. Es ist die absolute Amoral des Marktes.
Vor ein paar Jahren waren alle heiss auf aufgemotzte Titelbilder, und es gab einen Haufen abgrundtief hässlicher Cover mit Metallfolienaufdruck oder minderwertigen Pseudohologrammen - weil der Markt es hergab. Das serielle Abschlachten von Kostümträgern scheint der neue Werbegag zu sein. Aber, hallo? Die Metallfolien sind längst abgeblättert, die Hologramme verstauben in den Billigboxen der Comicläden.
Und genauso billig ist inzwischen der Tod bei Marvel.



Trug' mich eigentlich mit dem Gedanken, diesen Dienstag wieder einmal beim Shamrock Pub Quiz mitzumachen. Ein kurzer Check auf die Webseite dieses feinen Etablissements zeigte mir jedoch, was oder wer das Thema der legendären Sonderrunde sein wird: Der 14. Dalai Lama, der ozeangleiche Lehrer, Tenzin Gyatso, Träger des Friedensnobelpreises 1989.
Und bei so einem Thema soll ich gegen das Team von tibetica.de antreten? Vergisses.
Lieber gehe ich meine physischen und psychischen Wunden spülen.
Sie wissen schon, mein Weisheitszahn... und Captain America...
Achja, und so ein alter Schreiberling hat auch bald Jubiläum...
Man mag gar nicht glauben, was für eine starke Magie die Synchronizität aufbringen kann...

Unhappy Endings... again

Fortsetzung von Nemed House :: Unhappy Endings

Kann man eine Pointe retten, indem man sie verdoppelt oder verdreifacht? Oder verlangt ein solcher Stoff nicht nach neuen, viel grausameren Lösungen? Keine Ahnung, aber um das Thema einfach einmal abzuschließen und sich produktiveren Sachen zuzuwenden, hier eine der drei Haimeergeschichten, unkommentiert und unkorrigiert. Nicht vergessen: Der narrative Imperativ in Werken des Grauens oder der phantastischen Apokalyptik, wie es die Geschichten von der Sterbenden Erde sind, ist von fast buddhistisch anmutender Konsequenz: Alles ist Leid, und alle sterben.


DIE STADT
Eine Arullu-Geschichte [1985]

Hast Du. Wanderer, vom Schicksale Utors gehört, des Himeliers?
Er wanderte durch die Wüsteneien Musgraws, wo die heißen Winde tanzen, doch er wußte nichts von Birdum, der Stadt der Mumien, inmitten der blutroten Wüste von Zagamalana. Er wußte nichts von der Stadt.
Es war in den kochenden Stunden der Dämmerung, da sein erschöpftes Fiberntier ihn zu jener hohen, sichelförmigen Düne brachte, von der herab er zum ersten Male die verwehten, dunklen Ruinen DER STADT sehen konnte, und er runzelte die Stirne ob ihrer Proportionen.
Doch er war froh, nach jener langen, beschwerlichen Reise wieder der Zivilisation zu begegnen und wußte doch nichts von dieser. So ritt er die Düne herab, in die verwehten Schutthaufen und die abscheulich gewundenen und verbogenen 'Wände aus dunklem Gagate.
Der, dem er begegnete, war Takatlok, der Graue Sammler.
Auf einem Haufen gebleichter Knochen kauerte er, und seine wässrigen, alten Augen studierten gelbe Streifen, beschrieben mit spinnenhaften Glyphen. Seine gichtigen Hände strichen verlangend über sie.
Dann hob er das verfressene Gesicht, und Utor der Himelier bemerkte mit Abscheu, daß Würmer durch das linke Auge krochen, das so starr ihn anblickte. Dennoch (denn er war ein Himelier) grüßte er.
Der Graue Sammler erwiderte stumm den Gruß, und dann sprach er, mit dem grausigen Rascheln des Windes in Mumienbinden.
„Kehr um, Mensch. Dies ist DIE STADT.“ Utor stieg von seinem Fiberntier ab. „So?“ Er band seine Kreatur an einer geborstenen Säule an. „Birdum. Die Verfluchte. DIE STADT.“ Der Graue Sammler keuchte“ und in dem Keuchen lag irgendwie das arge dumpfe Brüten eines Pestwinds. „Ein interessantes Plätzchen“, höhnte Utor der Himelier.
„Ein verfluchter Platz. Es ist besser für Dich zu gehen.“
Utor lachte rauh auf und zog die gezackte Klinge aus seiner Schärpe. „So? Du verheimlichst mir wohl gewiße Schätze hier, was?“
„Seit Äonen gibt es keine Schätze mehr. Grabräuber kamen, wenn die Sonne im Zenit stand, denn des Abends wagten selbst sie es nicht.“ „Geschwätz:“, schrie Utor (denn er war ein Himelier), und schlug dem Grauen Sammler mit einem Hieb den Kopf ab. Dunkles Blut sickerte aus dem ausgetrockneten Körper. Spöttisch lachend hob Utor den Kopf an und legte ihn auf ein Piedestal. Dann verneigte er sich.
„Vielleicht gefällt Dir altem Griesgram ein solcher Sockel?“
Doch in jenem Momente ergab es sich, daß die Sonne endgültig versunken war, und das scheußliche, dunkelrote Dämmer der Wüste Zagamalana kroch heran und hüllte DIE STADT ein. Und Utor drehte sich verwundert um und sah die rote Wüste in roten Flammen stehen. Und da er auf die rote Wüste starrte, da sprach hinter ihm eine Stimme.
„Ich warnte Dich, Du Narr. Nun sollst auch Du verflucht sein.“
Der Himelier wandte sich erschrocken um, und sah die fast fleischlosen Kiefer des eingesunkenen Schädels des Grauen Sammlers zucken. „Xowóstorons Höllen“, hauchte er erschrocken. Seiner klammen Hand entfiel die gezackte blutige Klinge in den düsteren Sand.
„Ich habe Dich gewarnt“, raunte der Schädel. „Dies ist DIE STADT. Seit Äonen gibt es für uns nur je einen Tag, wo wir auf Erden wandeln können. Doch die Nacht gehört uns.“ Utor schrie, als sich aus der Erde vor seinen Füßen zerfressene Hände wühlten und ein gespaltener Schädel folgte. „Heute jedoch soll unsere Stadt um einen Bürger erhöht werden!“, sprach der Schädel, und Utor sank zu Boden, besinnungslos.
So erfasste er nicht mehr, wie sich die Legionen der Mumien aus dem Sand von Birdum wühlten und raschelnd, wispernd, zuckend auf ihn zu-schritten, von der Pest zerfressen. Und so erfaßte er auch nicht mehr, wie sich eine Mumie bückte und dann eine gezackte, blutige Klinge in sein Herz stieß. Denn nun wanderte auch er des Nachts durch DIE STADT.
Zittere, Wanderer, ob seines Schicksals - und meide - die rote Wüste.

Mit diesen aufmunternden Worten kehren wir zum regulären Programm zurück...

Mittwoch, Februar 28, 2007

Huixtocihuatl? Häh?

Ich bezweifle es zwar, dass ich das vor 20 Jahren gewusst hatte, aber anscheinend ist es doch einfacher, die Haimeergeschichten aufzuwerten. Ich hatte mich ja schon über die lustlose Art und Weise erregt, in der mein jüngeres Ich das Mexiko in einer Million Jahren zum pseudo-aztekischen Mexé umgeschrieben hatte. Immerhin, irgendwas hat’s doch. Ich träume momentan von HighTech-Hieroglyphen und kirbyesken Aztekenrittern – Göttern von den Sternen – auch hier liegen noch große Landschaften bereit, entdeckt zu werden. Wie auch immer. Jener „Der Schatz des Tezcatl“ den Titel gebende untote Hexer ist ja offensichtlich von Tezcatlipoca abgeleitet, „Rauchender Spiegel“, dem Obsidiangott der Nacht, des Nordens, der Erde, des Streites, der Herrschaft, der Wahrsagekunst, Versuchung, Hexerei, Schönheit, Krieg und Streit. (Niemand kann sagen, dass die blutigen Azteken es sich einfach gemacht haben mit ihrer Religion! In Europa hätte man einer so saturnischen Gottheit jedenfalls nicht ‚Schönheit’ zugeordnet.)

Der unheimliche Tezcatl residiert unter den Wellen des Haimeers. Tezcatlipoca hingegen ist nach manchen Quellen mit einer Dame namens Huixtocihuatl, der älteren Schwester des Regengottes Tlaloc, verheiratet. Einer Göttin des Salzes und des Salzwassers. (Dass sie auch die Schutzpatronin der Salzgilden und „loser“ Weiber war, scheint die Sache sogar noch… pikanter zu machen.) Mixen wir dazu noch die Geschichten der griechischen Meeresgötter, von Triton und seinen Geschwistern, und es ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten.

Als Schwester des Regengottes steht Huixtocihuatl nicht unbedingt ausschließlich für die See, sondern scheint mehr mit Flüssigkeiten allgemein zusammenzuhängen – dem Salz der Tränen, vielleicht auch der amniotischen Urflüssigkeit. Sie trug goldene Glöckchen und Schellen an den Knöcheln. Und ihr Schild war bemalt mit mit Wasserlilienblättern und Blumen, geschmückt mit Anhängern aus gelben Papageienfedern, Adlerfedern und den schimmernden Federn des Quetzal. Der Schildrand war besetzt mit gelben Papageienfedern. Wenn sie tanzte, schwang sie den Schild um sich in einem Kreis – offensichtlich ein Sonnensymbol oder vergleichbares.

Der Monat der Sommersonnenwende, vom 13. Juni bis 2. Juli, war ihr gewidmet, der Herrin des Salzes, und Xochipilli, dem Herren der Pflanzen und des Tanzes. Es waren die Feiertage zu Ehren des wiederkehrenden Wassers und des Wachstums des Getreides, auch bekannt als Tecuilhuitontli (Das Kleine Fest der Fürsten), benannt weil es die Aufgabe der Fürsten war, die Feierlichkeiten auszurichten und sich sehen zu lassen. Ein Sonnenwendfest, und wie bei allen Veranstaltungen dieser Art, eine glorreiche Mixtur aus Schönheit und Schrecken. (Wie alle Feiertage der Azteken gefiel sich auch das Kleine Fest der Fürsten in Blumen und Blut.)

Während dieses Monats wurde die Stadt mit Wasserpflanzen geschmückt, und eine besonders auserwählte Frau wurde Huixtocihuatl geopfert. Die Salzmacher tanzten zu Ehren ihrer Schutzpatronin zehn Tage lang in Paaren, die Partner durch ein Seil verbunden, das jeder an einem Ende festhielt, während sie für ihre Herrin sangen. Auch dem Patron der Blumen und des Tanzes wurde gedacht. Dies war das Kleine Fest der Fürsten, die mit Blumen geschmückt mit dem gewöhnlichen Volk auf den Strassen tanzten und Geschenke verteilten. Und blutige Opfer wurden den Korngeistern dargebracht, und die Menschen tranken Agavenbier und –schnaps in Unmengen. Nicht unähnlich dem Kölner Karneval, nach allem was man hört.

Dienstag, Februar 27, 2007

Unhappy Endings

Der narrative Imperativ – der Impuls, dem sich die erzählte Wirklichkeit unterzuordnen hat – in Werken des Grauens oder der phantastischen Apokalyptik, wie es die Geschichten von der Sterbenden Erde sind, ist von fast buddhistisch anmutender Konsequenz: Alles ist Leid, und alle sterben.

Das mag den pubertierenden Autoren erheitern, der lieber Horrorstories schreibt als seine Altersgenossen, die mit gleicher Anmut depressive Blankverslyrik über Liebesleid und das abgefuckte Essen in der Schulcafeteria verfassen. Der reife (also postpubertäre) Schreiber fühlt sich spätestens nach dem dritten Text, in dem die Hauptfigur im letzten Absatz ermeuchelt oder von einem plötzlich hervorspringenden cthulhoiden Monstrum verschlungen wird, ein wenig gelangweilt. Umso schlimmer, wenn es die eigenen Erzählungen sind, die man vor 20 Jahren sorgsam in einer Schuhschachtel versteckt hat.

So geht es mir momentan. Als ich vor einiger Zeit mal wieder mein Material sortierte, fiel mir auf, dass ich einige Erzählungen in den letzten Jahren nicht neu bearbeitet hatte, obwohl sie sich eigentlich anbieten würden. Drei Geschichten liegen jetzt vor mir, die ich im Auge habe. Anscheinend beziehen sie sich sogar aufeinander, was allerdings kein Wunder ist, da ich sie innerhalb einer Woche heruntergetippt hatte. Schauen wir sie uns einmal näher an (ich sage ‚wir“, aber natürlich ordne ich hier nur meine eigenen Gedanken vor Publikum, aber wenn Sie die Reise mitmachen wollen, sind Sie herzlich eingeladen.)

Zwei der Geschichten, „Der Taucher“ und „Der Schatz des Tezcatl“ spielen an und in einem Gewässer, das den Namen Haimeer trägt und an den Küsten eines eigenartig retroaktiven Mexikos liegt, mit Namen Mexé. Retroaktiv nenne ich es einfach, im Endeffekt scheint es sich um eine etwas laue Kopie aztekischer Namen und Phrasen zu handeln. „Der Taucher“ endet damit, dass der Titelheld eben nicht mehr auftaucht, „Schatz des Tezcatl“ eigentlich genauso, auch wenn es um einen Schatz (siehe Titel) und einige piratenartige Schatzsucher geht. Immerhin, netter Bezug aufeinander. Vielleicht taucht der „Taucher“ in der anderen Geschichte sogar wieder auf, um einmal ein Wortspiel zu quälen. In „Schatz“ (klingt fast gollumesk, diese verkürzte Art der Zitation, nicht wahr?) wird zudem noch auf die Ruinenstadt Birdum hingewiesen, von Mumien bewohnt, die in „Die Stadt“ (ich weiß, die Titel sind nicht die großen Knaller, aber wenigstens zutreffend) von einem Schatzsucher besucht wird, der – man ahnt es schon – im letzten Absatz dahingemeuchelt wird. Oder von einem cthulhoiden Monstrum verschlungen, ich weiß es nicht mehr. Gut, ich lüge. In einer von Mumien bewohnten Stadt erwartet man natürlich, dass es die Mumien sind, die meucheln. Hätte ich das bloß nicht schon weiter oben verraten.

Der narrative Imperativ herrscht also unumschränkt über die Ruinen dieser drei Geschichten. Alles ist Leid, und alle sterben, wenn sie nicht sowieso schon tot waren.

Was, wenn man jetzt diese drei Geschichten zu einer einzigen vereint?

Wird es besser? oder schlimmer? Kann man eine Pointe retten, indem man sie verdoppelt oder verdreifacht? Oder verlangt ein solcher Stoff nicht nach neuen, viel grausameren Lösungen?

Gibt es ein Happyend für Mumien?

Montag, Februar 26, 2007

Arullu :: Die Serie


Stand: 2007-03-01
Fern, fern von hier, durch namenlose Abgründe von Raum und Zeit von uns getrennt, an einem Punkt, den man das Ende der Zeit nennt, wenn der Strom der Zukunft versiegt und spärlich wird, werden alle Inseln dieser Erde vom zurückweichenden Meer und der Rotation ihrer Achse zu einer einzigen zusammengepresst werden, und ein Mann wird kommen, der sein Banner über allen Ländern dieses letzten Kontinentes errichten wird.
Arull wird man ihn nennen, den Eroberer, und er wird hundert Jahre regieren, bevor ein roter Komet aus dem Himmel fallen wird und ihn und seine Hauptstadt zerschmettert. Und dies sind die Länder, die Arull eroberte; ein letzter Kontinent unter einer schwachen, rötlich glosenden Sonne, der langsam aber sicher von Eis verkrustet wird und alle Spuren des Lebens verliert; ein Hort der Melancholie, eine Heimat der Sorgen und des Selbstmordes, benannt nach ihrem Eroberer ARULLU...



Alle Geschichten
Juvenalia
.A1. Der Stein [1984]
.A2. Der Pilz [1984]
.A3. Wenn die Götter rasen [1984]
.A4. Die Gärten von Maaal [1985]
.A5. Der Taucher [1985]
.A6. Der Schatz des Tezcatl [1985]
.A7. In der verlassenen Stadt [1985]
.A8. Die Stadt [1985]
.A9. Der Bestienstein [1985]
A10. Auf der Suche nach der verlorenen Seele [1985]
A11. Arne Scaevola [1987]
A12. Das Haus zur Roten Tür [1988]
A13. Von Wölfen gejagt [1988]
A14. Totenheer [1988]
A15. Totenherbst [1988]
A16. Liebe unter Verdammten [1988]
A17. Tlatoc Hen [1989]
A18. Der Schwarze Wagen [1989]

Adult
A19. Der Stein vom Aldebaran [1990] (NF 1)
A20. Die Sümpfe von Manou [1990] (NF 2)
A21. Xowóstoron [1990]
A22. Planet der Verdammten [1990]
A23. Das Reich der Toten [1992] (NF aus einer anderen Serie)
A24. Die Pilze von Abaddon [2001] (NF aus einer anderen Serie)
A25. Die Sümpfe von Manou [2007] (NF 20)

Unvollendet
--. Jephthas Sonne
--. Die Hexe von Kalfor
--. "Mazulibaliphos" (Arbeitstitel)
--. "Los Angeles Novelle" (Arbeitstitel)
--. Schwerter von Katmandu (NF 17)
--. Götter der Hohlwelt (NF aus einer anderen Serie)
--. Xowóstoron (NF 21)
--. Die Schätze des Tezcatl (NF 5,6,8)

Weiteres thematisch verbundenes Material vorhanden.

Zwei globale Landkarten finden sich >>> HIER