Sonntag, Februar 25, 2007
Zurück zum Notizbuch
Jedenfalls fiel mir ein gelber Zettel in die Finger, auf dem ich die letzte Zeit alles wissenswerte notiert habe. Schrecklich, so eine Angewohnheit. Am liebsten hätte ich ihn weggeschmissen. Aber drauf war auch die Tabelle mit den Namen, die ich durch Cut-up-Technik aus der Liste der Namen von Clark Ashton Smiths Zothique-Serie entwickelt hatte, und die ich dummerweise nur einmal ausgedruckt hatte, bevor ich die Datei löschte. Und die Namen darauf, jedenfalls diejenigen, die einigermaßen klingen, streue ich immer mal wieder in die Arullu-Geschichten ein. So eine Art ironische Homage an den alten Smith... und natürlich klingen "Geschichten vom Ende der Zeit" passender, wenn sie von exotischen Namen wimmeln. Ich hatte es mir bei den ersten Geschichten wirklich zu einfach gemacht. Es gibt einfach zu viele realexistierende geographische Bezüge, die nach einer Million Jahren wahrscheinlich längst vergessen sein sollten. Manche von denen ärgern mich inzwischen. Deswegen versuche ich sie unter einer Flut neuer, bizarrer Namen zu verstecken. Aber brauche ich dafür beknackte Zettel und noch beknacktere Quellendatein?
Also her mit dem alten Notizbuch für kreative Einfälle. Die Tabelle habe ich ausgeschnitten und reingeklebt. Ganz attraktiv, der gelbe Zettel inmitten meines unleserlichen Gekritzels. Es geht voran.
Gestern Nacht habe ich, während ich ein paar Folgen "Batman" ansah, versucht, einen Webbanner für die Arullu-Serie zu basteln, aber nichts, was mich befriedigt hätte, ist dabei herausgekommen. Vielleicht demnächst...
Donnerstag, Februar 15, 2007
Arullu :: Zwischenbericht
DIE SÜMPFE VON MANOU
Neufassung
Eine dunkle Gestalt hockt in den Dünsten, klein und vornüber gebeugt auf einen goldenen Stab mit schwarzer Spitze gestützt, die wie die Überreste einer exotischen Blume geformt ist. Durch die Verkrümmung seiner Gestalt ist nicht völlig klar, ob es sich bei ihr um einen Menschen oder etwas anderes handelt. Sie ist in fadenscheinige Fetzen gehüllt, die ihr seltsames Gesicht verbergen, und eine rauhe, murmelnde Stimme dringt zischelnd aus dem Schatten...
Jenseits der bekannten Orte, im Reich Sinu mit seinen Idolen aus unerklärlichem gelbem Gestein, jenseits aller Berge und Auen, Flüsse und Seen, jenseits aller menschlichen Behausungen, in den stets von giftigen Nebeln verhangenen Schattenlanden jenseits des Flusses Manou, wuchert am Rande eines schwarzen Sumpfes ein seltsamer Pilz von eigentümlicher Farbe und Form. Nur hier kann man ihn finden, fern der sauberen Schlingen des langsam dahin fließenden Stromes, in schlammigen Seitenströmen und den hundert braunen Sumpflöchern, die von dunkler, weich zerfließender Erde umgeben sind.
Die Sümpfe sind alt, von Fäulnis durchtränkt, ein Hort von Seuchen. Niemals hat der Fluss diese Sümpfe gereinigt, und so stinken sie vom Unrat ungezählter Jahrhunderte.
Montag, Februar 05, 2007
Arullu :: Design
Ich habe also gestern ein wenig daran gebastelt, das Arullu-Logo, ich seit 1982 (?) verwende, ein wenig aufzufrischen und Titelbilder für die Taschenbücher zu entwerfen, die ich dieses Jahr hoffentlich noch herausbringen werde.
(Wie man unten sieht, habe ich mein erstes Logo mit der Hand (ab?)gezeichnet. Anscheinend ohne Lineal. das geht nun gar nicht. Und früher haben Leute gutes Geld dafür bezahlt, wenn ich ihnen Logos entworfen habe. Den gleichen Service kann ich schliesslich auch mal mir selbst angedeihen lassen, oder?)

1. Zuerst habe ich die grösste Version des handgezeichneten Logos eingescannt und vektorisiert.
2. Alle Linien und Punkte wurden mit Hilfe eines Punktgitters ausgerichtet und wenn nötig, nachkorrigiert, um z.B. Parallelen zu erlangen. (Ehrlich gesagt, war es natürlich ziemlich nötig. Das einzige, was übrig geblieben ist, sind die Proportionen und der Stil. Den Pseudo-3-D-Effekt des Original-Logos habe ich erstmal verworfen, für später.)
3. Die handentworfene Schrift wurde ein wenig geglättet. Dies bedeutet vor allem, dass das "R" durch ein neues ersetzt wurde, das sich aus dem "A" ableitet. Es ergibt sich dadurch eine nette Pseudo-Symmetrie.
4. Jetzt mit Hilfe eines Extrusions-Befehles den ursprünglichen 3-D-Effekt wiederhergestellt. Nur diesmal mittig, d.h. auf einen anderen, zentraleren Fluchtpunkt aus. Vorher habe ich noch den Schriftabstand etwas schlanker gemacht.
5. Fertig. Mir gefällt's.
Freitag, Februar 02, 2007
Geschichten aus der Gruft [7] Eine Seite Arullu
DER TAUCHER (1985)
An den dampfenden Küsten des Haimeeres war der carpensische Taucher Dhounio wohlbekannt, und die Töchter der Fischer erröteten bei der Nennung seines Namens. Keine Perlenbank war ihm unbekannt, und keiner der Taucher seiner Zeit konnte mit ihm konkurrieren, galt es in den verschwommen grünen Tiefen des Meeres die sagenhaften Geisterperlen zu finden, für die die kalforschen Händler, die an der Küste entlang ihre Kontore hatten, Höchstpreise zahlten.
Nur der Taucher Dhounio konnte solange unter Wasser bleiben, wie es dauerte, eine vollständige Rhinomuschel vom Grunde abzulösen. In seiner Hütte stapelten sich die Trophäen seiner Tauchabenteuer: Goldene abyssische Muschelschalen, von Kristallen überzogene geborstene Krakenpanzer, Reliquien der alten Städte, die vor ungezählten Äonen im noch jungen Haimeere versunken waren. Reliquien, die der Taucher in den von Tang und Schleim überzogenen geborstenen Mauern jener verschollenen Kulturen gefunden hatte.
So tauchte er und fand sein Glück in der grünlichen Tiefe des Meere in den fleischigen Innereien von Muscheln, zwischen den morschen Planken versunkener Piratengaleeren aus dem fernen, kalforschen Norden. Doch jedes Glück mag einmal enden, und die grimmen Parzen bestimmen es ungeachtet aller Proteste, trotz Qual und Ungerechtigkeit. Doch wie sollte dies der junge Taucher wissen, als er frühmorgens seine Segel setzte; und ins offene Meer hinaus sich treiben ließ.
Die Fahrt ging stetig, Bald schon sagte ihm die außergewöhnliche Rotfärbung des Meeres, dass er sich einer Kolonie der sehr wertvollen, hochgiftigen Feuermuscheln näherte, deren Schalen wertvolle Pulver und Extrakte ergaben, die er mit viel Gewinn nach Texé oder Milesium verkaufen konnte. So warf er den Anker und ließ sich, nachdem er die Segel niedergelegt hatte, in das kühle, violette Wasser gleiten, dann in die Tiefe herab...
Der Atem pochte in seinem muskulösen Leib, als er in die Tiefe sank, von einem Stein herabgezogen, den er bald fallen ließ, als er die Tiefe erreicht hatte, in der die Feuermuscheln wuchsen. Und dort waren sie auch, Reihe an Reihe, rot-giftig glühend im schlammigen grünen Wasser.
Dhounio ließ sich auf die Muscheln zutreiben und löste mit ein paar geschickten Schnitten vier Muscheldeckel ab, die er in dem Netz verstaute, das an seinem Gürtel befestigt war. Dabei machte er einen grünlich phosphoreszierenden Lichtschein nur wenige Schritte entfernt aus, aber er hatte bereits zuviel Luft verbraucht, um dies noch untersuchen zu können.
So ließ er sich eilig nach oben schießen. Über dem Meer wehte eine steife Brise. Er warf die roten Muschelschalen in sein Boot und nahm einen weiteren Stein an sich. Er grinste seltsam und sank dann in Gedankenschnelle wieder herab in die klammen Tiefen der See, auf das verlockende grünliche Leuchten zu. Der Atem pochte in ihm, und sein Herz dröhnte in dem kühlen Kerker, als er wieder derunten war. Waren nicht die herrlichen Edelsteine von Mech, die Zamarani, solchermaßen leuchtend? Dhounio glitt näher auf das Leuchten zu. Wahrlich! Dies war ein solch immens wertvoller Edelstein, der auf einem fleischigen Stängel zu thronen schien. Habgier packte den Taucher, und eilig schwamm er darauf zu und packte den köstlich grün schimmernden Zamarani.
Einen Augenblick später zerriss Aufruhr das grünliche Meer. Zähne zerfetzten Fleisch, schrille Schreie erstickten in der Tiefe. Knochen barsten, dann war wieder Ruhe eingekehrt, und nur eine dunkle Wolke roter Schwaden kündete noch von der Anwesenheit eines Menschen in der Tiefe.
Eine ungeheure Wesenheit, kalt und schleimig, mit perlmuttnen Schuppen gepanzert, verdaute das Fleisch des Tauchers. Dann streckte der Angler neuerlich seinen Köder aus, auf dem verlockend leuchtend ein großer, grünlich schimmernder, sehr wertvoller Edelstein thronte...
Donnerstag, Februar 01, 2007
Rückblick :: Januar 2007
Die auch auf den Seiten des NEMED HOUSE BLOGs offensichtliche Beschäftigung meinerseits mit dem Subgenre "Sterbende Erde" geschieht natürlich nicht nur, um mir die dunklen Winterabende zu vertreiben. Dafür hab' ich genug andere Spielzeuge, und meine Frau würde mir auch die Ohren langziehen, wenn ich nur comiclesend, ballerspielend, briefeschreibend an der Tastatur hängen würde. Die "Sterbende Erde" wird bereist als thematische Ergänzung und semiotische Forschung zu dem, was mich momentan am meisten beschäftigt, nämlich die komplette Überarbeitung und Neufassung meiner Serie von Kurzgeschichten, die auf dem Endzeitkontinent Arullu spielen. Ich erwähnte sie sicherlich schon. Alles zusammen werden es wohl mindestens zwei Bücher ergeben, und das ist tatsächlich auch der Grund, weswegen ich mir diese Schätzchen noch mal vornehme. Ich habe nämlich vor, diese noch vor meinem nächsten Geburtstag zu veröffentlichen. Nähere Details folgen.
Momentan bin ich dabei, die in der inneren Chronologie erste Geschichte komplett umzuarbeiten. Tatsächlich bleiben von allen Sätzen nur Bruchstücke übrig, dafür erfreue ich mein fiebriges Hirn mit dem ganzen neuen Material, das sich langsam herausschält. Die Geschichte war in ihrer ersten Fassung recht linear: Die letzten Wissenschaftler der Sterbenden Erde verfallen in ihrer Hybris in eine hysterische Progromstimmung, der als erstes ihre abergläubischen primitiven Nachbarn zum Opfer fallen. Aber die Zeit ist eine andere, und die Wissenschaft versinkt unter den Vorzeichen wiederkehrender Magie und seltsamer Götter. Eine Art Apokalypse am Anfang sorgt schon dafür, dass man merkt, dass es auf Arullu nicht nur Frohsinn und Schunkeln gibt. Leider hatte ich relativ ungeschickt Propagandaphrasen aus den dreißiger Jahren diesen Wissenschaftlern in den Mund gelegt, und bei nochmaligem Lesen klingt dies selbst für meine Ohren zu schwülstig. Also zurück an die Tastatur...
Stattdessen gibt es jetzt kadaverartige Missionare und einen sogenannten "Engel", eine HighTech-Variante des Dädalus-Mythos. Diesen Absatz z.B. habe ich heute morgen getippt:
Die Männer in Schwarz hassten die Erecros.
„Was sind das für Wesen?“, flüsterten sie miteinander, als sie mit den blauen Menschen weiter in den Norden zogen. „Sie leben von einem Tag in den anderen, wie Tiere, sie lachen, sie weinen, aber denken sie wie wir?“, murrten sie, und verzogen verächtlich die verdorrten Lippen über lange scharfe Zähne. „Soll dies das Volk des Nordens sein? Was wissen sie schon von den Schätzen der Menschheit? Was wissen sie schon von Polaris? Dem schimmernden, ewigen Polaris?“
Positives Zeichen des letzten Januartages:
Ein guter Freund ist heil und gesund aus Nepal zurückgekehrt, und hat schöne devotionale Handarbeiten mitgebracht, Geschenke ohne Gegenleistung. Also kräuselt sich gerade neben mir ein Räucherstäbchen aus einer tibetanischen Räucherschatulle, und eine aussergewöhnlich feingearbeitete Boddhisattvastatue beäugt mich kritisch.
Negatives Zeichen des letzten Januartages:
Nach Äusserungen des Experten ist indisches Bier merkwürdig oder eklig, und deutsches Bier sehr viel erfreulicher. Was natürlich bedeutete, dass wir gestern abend kollektiv den mystischen 11er der Astra-Brauerei umkreisten. Aargh.
Eigenartigste Suchanfragen der letzten Wochen, die Leser hierher führten:
(und nein, ich weiss nicht, was das soll, und doppel-nein, nur weil die einzelnen Worte sich auf meinen Seiten finden, heisst das noch lange nicht, dass sie in einem Sinnzusammenhang stehen.)
- bärenhäuter ausschnitt
- capitain chaos gedicht
- gebiss des krokodils
- hebephrenie geschichten
- leiber nackt
- monitorwand selber bauen
- pulp fiction+typische getränke
- qunintenzirkel [Da ist er wieder, mein alter Feind!]
- spezielle orgien
- weihnachtsfrauen sack
- welche temperatur muss kindergartenessen haben [??]
- wie schleim, gespuckt auf eine schiene [???]
- wo kommt der begriff "runterholen" her
Freitag, Januar 19, 2007
Die Woche im Überblick
- Arztterminen
- Hustenkrämpfen
- Orkantiefs
Vor einiger Zeit hatte ich etwas über phantastische Namen bei Clark Ashton Smith geschrieben. gemein, wie ich bin, habe ich aus der Liste der namen, die ich in diesem Zusammenhang veröffentlicht hatte, durch simples Cut-Up gleich noch eine Liste von Namen gebastelt, von denen ich einige (natürlich nur als Homage!) in die Arullu-Geschichten eingearbeitet habe.
Parallel hierzu werde ich wohl demnächst mal etwas darüber schreiben, wie man Namen für phantastische Erzählungen nicht konstruieren sollte... am Beispiel des hochgelobten Romanes Eragon. (Nicht. Nachmachen.)
Parallel dazu stelle ich gerade etwas Material zum Sujet der "Sterbenden Erde" als Subgenre der ScienceFiction-Fantasy zusammen. Erstaunlich, dass es soetwas sogar bei Wikipedia gibt. Ironischerweise hatte ich gerade in den letzten Monaten viele der diesem Subgenre zugeordneten Texte in den Händen, und auch einige, die in der Wiki-Liste nicht auftauchen.
Die Bücher, die mir fehlen, werde ich versuchen, mir bis zu meinem Geburtstag zu beschaffen. Als postmoderner Autor dürfen natürlich Homagen und metatextuelle Bezüge zu anderen Besuchern dieser Epoche nicht fehlen. Gnydron!
Mittwoch, Januar 03, 2007
Machina Ex Machina
Ich versuche mich gerade wieder an meinen alten Arullugeschichten. Geschichten vom Ende der Zeit, eine feine Sache, auch wenn Endzeitgeschichten naturgemäß immer ins Tragische abgleiten. Die meisten der Geschichten, die ihr passendes, natürlich tragisches Ende gefunden haben, sind teilweise schon in ihrer Grundformung an die 20 Jahre alt. Erschreckend, vor allem, wenn ich die anderen betrachte, an denen ich seitdem gebastelt habe, und die ich meist dann abgebrochen habe, wenn sie Kurzgeschichtenumfang überschreiten und zu Novellen und mäandernden Romanen mutieren. Es ist sicherlich mein eigenes Problem, jedem Teil einer Serie, also einer ganzen Welt, den gleichen narrativen Imperativ und Stil zuordnen zu müssen – was als Homage begann, ist zu einer Art spielerischer Neurose geworden. Andererseits sollte man auch nie Äpfel mit Birnen vergleichen, wie meine Uroma immer sagte, und eine Komödie oder ein ausserirdischer Smilie passen einfach nicht in ein Universum, in dem die Welt schrullig und die Sonne altersschwach geworden ist. Vielleicht zerfasere ich mich wieder an Details, die Novellen wären auch ohne diese narrative Neurose leserlich – dem geneigten Leser sind die philosophischen Eiertänze eines Autoren um Stil und Kontext wahrscheinlich ziemlich schnurz, solange es unterhaltsam oder gedankenschwer ist, was dabei heraus kommt. Okay, aber was ist mit dem primären Leser – dem Autoren selbst?
Er setzt sich hin und schreibt sich seine infantile Seelenpein vom Leib, damit er sie nachher nicht mehr mit sich herumtragen muss.
Was soeben geschehen ist.
Eine der Arullugeschichten, mit der ich mich herumplage (Haben Sie Geduld von mir, diese autoreninternen Zwiegespräche dienen vor allem eins, Platz zu machen für interessanteren, und vielleicht sogar lukrativeren Stoff…) drohte bereits zu einer Novelle zu mutieren, bis ich kurzerhand einen Stopp einlegte. Das mache ich immer, wenn ich das Gefühl habe, die Grundidee gibt nicht wirklich soviel her, als dass man sie als Gerüst für einen allzulangen Text nehmen sollte. Die zusätzlichen Seiten, sehr viel actionorientierter, habe ich sorgsam abgespeichert, es wäre ja schade um das zusätzliche Lokalkolorit… Aber man kann mit ein paar neuen Tapeten allein keine alte Wohnung renovieren. Zu gross ist die Divergenz zwischen den Stilen, zu sehr scheint der narrative Kontext aufzubrechen…
Die Urgeschichte, der Rohstoff sozusagen, ist in sich wenigstens stilistisch geschlossen, aber ich glaube, man könnte sie heutzutage niemandem mehr anbieten. Nicht einmal mir selber. Und das liegt vor allem daran, weil der Plot an irgendeinem Ende hängt. Es gibt einige schöne Szenen am Anfang und in der Mitte, wo ein Heer überdimensionierter Maden eine gesamte Stadt überwuchert und alles verschlingt, aber hier die Geschichte enden zu lassen, wäre vielleicht richtig aber unbefriedigend. Wo ist die Tragik, wo das Drama? In der Rohfassung wird die wimmelnde Bedrohung durch eine Art machina ex machina besiegt, allerdings auf eine Weise, die mir heutzutage den Eindruck erweckt, der sogenannte Held hätte dann auch gleich auf den Aus-Schalter drücken können. Was also tun, um ein passenderes, am besten pittoreskeres Ende zu finden? Wie das Unaufhaltsame stoppen?
Für den Unwissenden: Eine machina ex machina ist wie ein deus ex machina, nur ohne Gott. Ein konvenientes Plotelement, das göttergleich aus den Kulissen auftaucht, um alle Probleme zu lösen. Man kennt das ja schon aus der deutschen Geschichte, die „Wunderwaffe“, die plötzlich auftauchen wird und den Lauf des Konfliktes überraschend ändert.